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Der Hirsch wurde filetiert für einen guten Zweck

Ein lieb gewonnener Anblick ist seit vergangenen Sonntag leider auch Geschichte. Der Hirsch beim Rathaus wurde von seinen Schöpfern, den „Hahna Cumbana“ in seine Einzelteile zerlegt und für einen guten Zweck verkauft bzw. versteigert.
 
Was als Maischerz begann, entwickelte sich schnell zu einem beliebten Fotomotiv und Wahrzeichen der Remstal Gartenschau 2019 in Urbach.
Die „Hahna Cumbana“, ein Freundeskreis von findigen und geschickten Menschen, der sich seit langem am Wochenende in der Werkstatt von „Sanitär Härer“ trifft, hatten die Diskussion im Gemeinderat und den Medien mitverfolgt, was auf dem frei gewordenen Areal des ehemaligen Gasthauses „Hirsch“ entstehen soll.
Kurzerhand wurde die Idee entwickelt, dort in der Maiennacht einen überdimensionalen Hirsch zu platzieren in Anspielung an die ehemalige Gaststätte „Hirsch“, die bis Ende des letzten Jahres dort stand. Und wer die „Hahna Cumbana“ kennt, weiß, dass die nicht nur „schwätzed“, sondern auch „machad“. So entstand in so mancher Feierabend- und Wochenendarbeitsstunde aus den Brettern und dem Holz des ehemaligen Zauns der Wasenmühle eine mehr als 5 m hohe Hirschskulptur, die eigentlich in der Maiennacht als Überraschung auf dem „Hirsch-Areal“ hätte aufgebaut werden sollen. Durch eine Panne beim Zeitungsverlag wurde dieser Plan aber schon am Vortag in der Online-Ausgabe der Zeitung veröffentlicht, und das Vorhaben ging herum wie ein Lauffeuer. Deshalb entschlossen sich die „Hahna Cumbana“, den Hirschen bereits zeitgleich mit der Maibaumfeier auf dem Marktplatz an seinen Bestimmungsort zu bringen.
 
Der Bevölkerung und auch den Verantwortlichen in Gemeinderat und Verwaltung gefiel der „Hirsch“ so gut, dass man kurzerhand beschloss, ihn dort stehen zu lassen und ein hübsches Umfeld für ihn zu schaffen. Daran hatten jedoch die „Hahna Cumbana“ beim Bau des Hirsches nicht gedacht, und deshalb fassten sie den Beschluss, die Holzskulptur noch abzubauen, bevor sie sich im bevorstehenden Winter selbst in ihre Bestandteile auflöst.
 
Allerdings hatte der inzwischen sehr liebe gewonnene „Hirsch“ es nicht verdient, einfach nur abgebaut und entsorgt zu werden. Die findigen „Hahna Cumbana“ hatten sich überlegt, wie man das Abbruch-Material des Hirsches ein zweites Mal „upcyceln“ kann. Sie kamen auf die Idee, die Holzbretter als Kerzenständer zu verkaufen, die mit eigens dafür gebauten Brenneisen mit einem Hirschen verziert wurden. Natürlich musste diese Aktion mit einer Veranstaltung verbunden werden, bei der man die Brettchen an den Mann (und die Frau!) gebracht werden konnte. Was lag näher, dies mit einem Abschlussfest für die Gartenschau zu verbinden, bei dem es natürlich u.a. auch „Hirschgulasch“ zu essen gab.
Gesagt getan, das Hirschfest wurde Dank der guten Organisation der „Hahna Cumbana“ (aber natürlich auch des verdientermaßen guten Wetters wegen am vergangenen Sonntag) erneut zu einem großen Erfolg. Bereits zum Gottesdienst, der von Hans-Georg Karle, dem ehemaligen Pfarrer der Afrakirche gehalten wurde, war das aufgestellte Zelt, bereits voll.
 
Die insgesamt 53 ehrenamtlich im Einsatz befindlichen Helferinnen und Helfer (die 18 „Hahna Cumbana“ plus Familien und Freunden) verkauften rund 1.000 Portionen Essen. Mit der Produktion der Kerzenständer, für die der Hirsch Brettchen für Brettchen geschlachtet wurde, kam man kaum mehr hinterher. Manche werden erst in den nächsten Tagen ausgeliefert.
 
Der Höhepunkt des Festes war jedoch die Versteigerung des Hirschkopfes samt ausladendem Geweih am späten Nachmittag. Ironie des Schicksals, das Höchstgebot wurde mit 1.000 € von einer Bietergemeinschaft aus folgenden Urbacher/Plüderhäuser Firmen und Unternehmen abgegeben, von denen die meisten selbst zu den „Hahna Cumbana“ gehören:
 
Härer Sanitär, Schindler und Rube (Plüderhausen), Heinkel Tief- und Straßenbau, SE IT GmbH, Hertlein Mode (Plüderhausen), Optik Waidmann, Getränke Herb, Holzwerkstatt Kiesewalter, Zimmerei Ricker.
 
Wer jetzt meint, dass die bei dem Fest erwirtschafteten Einnahmen für Ausflüge oder andere Aktivitäten „verbraten“ werden, ist bei den „Hahna Cumbana“ „schief gewickelt“.
Wie bei allen Aktionen der „Hahna Cumbana“ in der Vergangenheit, geht der gesamte Erlös wieder an soziale Einrichtungen wie das Kinderkrankenhaus „Olgäle“ in Stuttgart, den Kinderhospizdienst „Sternentraum“ e.V. in Backnang und „Kind und Jugend“- Bürgerstiftung Urbach.

Bürgermeisterin Martina Fehrlen bedankte sich, wie auch Vertreter des Kinderhospizdienstes „Sternentraum“ e.V. aus Backnang für diese äußerst bemerkenswerte bürgerschaftliche Aktion der „Hahna Cumbana“, hinter der nicht nur eine gute Portion Witz und Kreativität, sondern vor allem viel Organisationsaufwand und ehrenamtliche Arbeit gesteckt hat, und das alles für einen guten Zweck und ein gutes Ansehen der Gemeinde Urbach!
 
Wie hoch die Summe der Spenden sein wird, wusste man bis zum Ende des Redaktionsschluss‘ noch nicht. Deshalb: „Fortsetzung folgt“.

Thomas Härer (links) und Marc Schuler (rechts) überreichen Bürgermeisterin Fehrlen einen Miniatur-Hirsch zum Andenken
Alex Brauch "häutet" den Hirsch Brettchen für Brettchen
Nasia Kemanetzi, eingerahmt von Marc Schuler (links) und Thomas Härer (rechts), ist eine der beiden Töchter des legendären "Hirsch-Wirtes" Andreas. Sie lebt inzwischen, wie auch die Ehefrau und die andere Tochter von Andreas wieder in Urbach
Da schwebt er dahin - der Kopf des Hirsches, der bei der Versteigerung die stolze Summe von 1.000,00 € eingebracht hat
Waidgerecht liegt er im Gras mit Kiefernzweig im Maul. Der Hirsch ist seit Sonntag Vergangenheit, aber Kopf samt Geweih bleiben erhalten und werden vielleicht an anderer Stelle  wieder zu sehen sein
Die "Hahna Cumbana" mit ihrer Bürgermeisterin Martina Fehrlen vor ihrem Werk, dem Hirsch, der nun leider nicht mehr ist
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