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Holzeinschlag am "Roten Berg" dient Naturschutz

Demnächst werden im Waldgebiet beim Urbacher Waldkindergarten die Kettensägen zum Einsatz kommen. Dabei steht jedoch steht nicht die Erzielung von Holzerlösen, sondern die Wiederherstellung günstiger Waldstrukturen für lichtliebende Pflanzen- und Baumarten im Vordergrund.
Anfang des Monats kamen Bürgermeisterin Martina Fehrlen und der bei der Gemeindeverwaltung für den Gemeindewald zuständige Kämmerer Ottmar Köhler mit Vertreter*innen der Forst- und Naturschutzbehörden zusammen, um sich vor Ort ein Bild zu machen, warum es Sinn macht, ausgerechnet im Naturschutzgebiet einen Holzeinschlag vorzunehmen.

Revierförster Gert Pfeiffer und dessen Chefin Dagmar Wulfes, Leiterin des Kreisforstamtes erklärten dabei die Hintergründe der Maßnahme und machten deutlich, dass hier nicht die Holzwirtschaft im Vordergrund stehe, sondern eindeutig der Naturschutz. Alle vorgesehenen Maßnahmen seien mit den Vertretern des Natur- und Vogelschutzes eng abgestimmt versicherte Revierförster Gert Pfeiffer.

Das Kreisforstamt, die Untere Naturschutzbehörde Rems-Murr-Kreis, das Regierungspräsidium und die Gemeinde arbeiten im Naturschutzgebiet „Allmend/Roter Berg“ in Urbach zusammen an der Schaffung lichter Waldstrukturen und dem Neuaufbau des Waldrandbereiches.
Das Waldgebiet „Allmend“ ist nordwestlich des Waldkindergartens Urbach, die angrenzenden Wiesen befinden sich nördlich des Tennisplatzes.
Der Urbacher Gemeindewald „Allmend“ hat seinen Namen durch die in der Vergangenheit dort betriebene gemeinschaftliche Beweidung, der sogenannten Allmend-Weide. Auf der angrenzenden, heute unter besonderen Naturschutz (FFH-Gebiet und Naturschutzgebiet) gestellten Wiese entstand durch die permanent starke Beweidung eine reiche Struktur aus Blühpflanzen. Um den nährstoffarmen Standortszustand zu erhalten, wird die verpachtete Wiese nur einmal jährlich gemäht und das Mähgut danach abtransportiert. Zudem erfolgen keinerlei Düngeeinträge.
Der Wald im Westen des Allmends enthält noch eine große Anzahl an seltenen, lichtliebenden Baumarten wie Elsbeeren, Feldahorn oder Kirsche. Darunter ist noch die lichtliebende Strauchschicht aus Weißdorn, Liguster und Schwarzdorn in Teilen erhalten. In der letzten Naturschutzgebiets-Kartierung wurden in diesem Waldstück mehrere Orchideenstandorte gefunden und lokalisiert.

Dies erklärt, weshalb dieser Waldbereich drei Schutzkategorien unterliegt: er liegt im FFH-Gebiet, und stellt gleichzeitig ein Naturschutzgebiet und ein besonders schützenswertes Waldbiotop dar.

Im Waldbestand hat sich über die Zeit die Rotbuche in großen Teilen flächig ausgedehnt. Buchen im Unterstand des Nadelwaldes aus Kiefer und Fichte sorgen für eine sehr starke Beschattung des Waldbodens. Die Beschattung des tonigen Bodens ist wahrscheinlich so stark, dass mit dem Rückgang der lichtliebenden Strauch- und Krautschicht gerechnet werden muss. Die im Oberstand noch vorhandenen Elsbeeren, Feldahorn und Eichen können sich gegen die Konkurrenzkraft der Buche nicht durchsetzen und werden sukzessive aus der Fläche verschwinden. Doch was nun?

Ende Septemper hatten die Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde, der Revierförster Gert Pfeiffer und eine für das Schutzgebiet zuständige Vertreterin des Regierungspräsidiums Stuttgart die Situation vor Ort bereits erkundet:

Ein lichtfördernder Einschlag von unterständigen Rotbuchen und von erntereifen Fichten soll, für die Blühwiese schonend, erfolgen. Die Waldtraufsituation wird durch die Ernte von vorgewachsenen Bäumen wieder mehr Stufigkeit und Struktur erhalten.

Der Hieb wird außerhalb der Vogelbrutzeit ab November 2021 erfolgen. Die Untere Naturschutzbehörde wird während der Maßnahme den Förster Gert Pfeiffer beraten und ggf. unterstützen.

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