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Bericht über die öffentliche Sitzung des Gemeinderats am 19. November 2019

Es waren 3 Zuhörer*innen anwesend.

TOP 1 Haushaltssatzung und Haushaltsplan 2020 - Einbringung des EntwurfsAnlässlich der Haushaltseinbringung hielt Bürgermeisterin Martina Fehrlen folgende Rede: „Werte Mitglieder des Urbacher Gemeinderats, liebe Vertreter der Presse, sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserer heutigen Ratssitzung, in der wir den Entwurf unseres Haushaltsplans für 2020 vorlegen.Als Novum präsentieren wir Ihnen den ersten doppischen Haushalt im Rahmen des NKHR, des neuen kommunalen Haushalts- und Rechnungswesens.Im Ergebnishaushalt planen wir ein Volumen von 22,2 Mio. Euro. Davon sind fast ein Drittel Personalaufwendungen. Aber auch die Abschreibungen, die wir neu im Ergebnishaushalt veranschlagen müssen, haben ein Volumen von 10 Prozent. Im Finanzhaushaushalt planen wir Investitionen von rund 7,2 Mio. Euro. Davon sind 37 Prozent für Maßnahmen im Tiefbau veranschlagt. Wir planen keine neue Schuldenaufnahme, sondern versuchen, unter den neuen Rahmenbedingungen mit den vorhandenen Mitteln bestmöglich zu arbeiten.Tag um Tag saßen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Finanzverwaltung, unser Amtsleiter Herr Schwarz, sein Stellvertreter Herr Schick und die Projektmanagerin Frau Lorenz über dem hier vorliegenden Entwurf. Sie diskutierten und überlegten gemeinsam mit den Amtsleitern und Sachgebietsleitungen aus der gesamten Verwaltung sowie den Schulen, auf welche neuen Konten die Ansätze aus dem kameralen Haushalt richtig überführt werden und wie diese aufgeteilt werden sollen. Auch die Berechnung der Abschreibungen war eine große Herausforderung. Musste doch der gesamte Besitz der Gemeinde erfasst und einzeln bewertet werden. Diese Abschreibungen reduzieren in Zukunft unseren Gestaltungsspielraum. In der Amtsleiterbesprechung sind wir den Haushalt Zeile für Zeile, Investition für Investition durchgegangen, damit wir Ihnen hier diesen ausgeglichenen Haushalt vorlegen können.Der Haushalt lebt und wird sich über die nächsten Jahre noch verändern und an die aktuellen Veränderungen angepasst werden.Sehr geehrte Damen und Herren, erlauben Sie mir, einige Rahmenbedingungen zu erläutern.Die ganz überwiegend steuerfinanzierte Kleinkindbetreuung in Kindertagesstätten wächst quantitativ und qualitativ. Auch an den Schulen wurden und werden zusätzliche Betreuungsangebote und Schulsozialarbeit eingeführt, die von den Kommunen bezahlt oder zumindest in Teilen bezahlt werden. Seien es die Kindertagesstätten, das Mensaessen oder die Kernzeitbetreuung an den Schulen: Keines dieser Angebote wird in Vollkosten an die Eltern weitergegeben. Dies führt zu rasant steigenden Mehrausgaben. Die Gesetze werden woanders gemacht. Bezahlen müssen wir’s.Der Personalbestand in den Kommunalverwaltungen steigt immer weiter – nicht nur durch die intensivere Kleinkindbetreuung, sondern zukünftig auch in den Kernverwaltungen selber durch zusätzliche Aufgaben und durch wachsende Komplexität. Durch tarifliche Lohnanpassungen, Erhöhung der Eingruppierung wie z.B. im Erziehungsbereich sowie durch Sonderzahlungen in Mangelbereichen steigen die Personalkosten weiter.Die Digitalisierung der Kommunalverwaltung mit der Einführung von digitalen Bürgerangeboten führt kurz- und wahrscheinlich auch mittelfristig zu Mehrkosten und auch wieder zu einem personellen Mehraufwand, langfristig aber hoffentlich zu finanziellen und auch personellen Entlastungen.Die Kommunen müssen zunehmend Projekte außerhalb ihres Aufgaben- und Verantwortungsbereichs finanzieren, weil sich andere Akteure zurückziehen. Seien es die Anfragen der Polizei, die der Meinung ist, dass unser gemeindlicher Vollzugsbediensteter auch außerhalb seiner üblichen Arbeitszeiten einzusetzen sei. Oder seien es die aufsuchenden Hilfen für sozial schwache Personen, die wir nun vermehrt über unseren neuen Integrationsmanager abdecken – für die aber eigentlich andere Stellen zuständig wären.Durch den demografischen Wandel kommen immer weniger junge Menschen auf den Arbeitsmarkt im Vergleich zu denjenigen, die in ihre verdiente Rente oder Pension gehen. Wir haben als öffentlicher Dienst zunehmend Probleme, vakante Stellen wieder adäquat zu besetzen. Der Aufwand und Druck der Kolleginnen und Kollegen, vorübergehend durch zusätzliche Arbeit eine Vakanz auszugleichen, steigt. Der Aufwand im Stellenbesetzungsverfahren nimmt exorbitant zu.Diesen Rahmenbedingungen müssen wir uns als Arbeitgeber stellen. Und diesen Rahmenbedingungen unterliegt auch unser Haushalt.Ein weiterer sehr großer Posten bei unseren Ausgaben ist die Kreisumlage. Mit 4,2 Mio. Euro liegt sie an zweiter Stelle hinter den gesamten Personalaufwendungen und umfasst knapp 20 Prozent des gesamten Volumens unseres Ergebnishaushalts. In der Zeitung war zu lesen, dass im Landratsamt geradezu frohlockt wird darüber, dass der Kreisumlagehebesatz im Rems-Murr-Kreis von 34,0 auf 32,3 gesenkt werden soll. De facto steigt aber unsere Nettobelastung, weil unsere Steuerkraft gestiegen ist. Dies allein ist schon ärgerlich genug. Was aber noch ärgerlicher ist, ist die Tatsache, dass sich der Landkreis seit Jahren zu Lasten der Kommunen arm rechnet. Der zugegebenermaßen legale Trick funktioniert wie folgt: Der Kreiskämmerer plant im Kreishaushalt mit haushalterischer Übervorsicht ein Ergebnis, das beim Rechnungsabschluss geradezu planmäßig meilenweit übertroffen wird. Diesen von ihm geplanten Überschuss vereinnahmt er dann in vollem Umfang zugunsten des Kreishaushaltes. Auf diesem Weg wurden in den drei Haushaltsjahren von 2016 bis 2018 79 Millionen Euro in den Kreishaushalt gelenkt. Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer - das ist mehr als das 3,5-fache unseres gesamten Ergebnishaushalts! Diese Praktik muss sich zukünftig ändern. Ich bitte die Kreistagsmitglieder, bei der Festsetzung der Kreisumlage für ein faires Miteinander zwischen Landkreis und Kommunen zu stimmen. Die Haushaltsüberschüsse des Landkreises müssen zukünftig bei der Festlegung der Kreisumlage mit berücksichtigt werden.Sehr geehrte Damen und Herren,unser Investitionshaushalt weist 2020 eine Besonderheit auf. Geplanten Ausgaben von rund 7,2 Mio. Euro stehen Einnahmen von rund 7,7 Mio. Euro gegenüber. Das sind insbesondere Einnahmen aus Grundstücksverkäufen aus der Mitte II, die ursprünglich für 2019 geplant waren. Das sind aber auch Einnahmen aus Fördermitteln, die für die Maßnahmen im Rahmen der Remstal Gartenschau 2019 angesetzt wurden und in 2020 fließen. Dazu kommt, dass wir aufgrund der Vakanz auf der Stelle unseres Tiefbauingenieurs neue und zusätzliche Baustellen zurückhaltend geplant haben. Zusammenfassend planen wir unseren Investitionshaushalt daher mit einem ungewöhnlichen Plus von rund 470.000 Euro. Diese Mittel werden ins nächste Jahr vorgetragen und stehen dann für zusätzliche Investitionen zur Verfügung.Wichtige Investitionen wie z.B. die fortlaufenden Kanalsanierungen, der barrierefreie Umbau von Bushaltestellen, die weitere Umsetzung des Radwegekonzeptes, die Verlängerung der Steinbeisstraße entlang der Bahnlinie und die Erschließung des Gebiets „Froschäcker“ sollen angegangen werden. Darüber hinaus sind wird fest davon überzeugt, dass auch wir selber als Gemeinde in die Schaffung von Wohnraum investieren müssen und schlagen deswegen die Errichtung eines Mehrfamilienhauses auf einem gemeindeeigenen Grundstück vor. Allein heute kam Post vom Landratsamt, dass wir 2020 19 zusätzliche Personen im Ort unterzubringen hätten – wir wissen nicht, wohin mit diesen. Dieses Mehrfamilienhaus soll für bedürftige Menschen vorgehalten werden, die auf dem offiziellen Wohnungsmarkt keine Chance haben. Und davon gibt es leider auch in Urbach viel zu viele. Die Anfragen von bedürftigen und obdachlosen Menschen steigen. Wir müssen entgegensteuern und auch selber bauen!Meine sehr geehrten Damen und Herren,die Haushaltsrede gibt mir immer auch eine Gelegenheit, auch denjenigen Dank und Anerkennung auszusprechen, die das Gemeinwesen tragen. All denjenigen zu danken, die mit ihrer Steuerkraft Tag für Tag eine leistungs- und funktionsfähige Kommune überhaupt erst möglich machen. Gewerbesteuer, Grundsteuer sowie der Anteil an der Einkommensteuer und Umsatzsteuer sind neben den Zuweisungen des Landes unsere Haupteinkünfte.Mein Dank gilt auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Gemeindeverwaltung, heute natürlich insbesondere der Finanzverwaltung. Mit sehr großem Engagement über die normale Belastungsgrenze hinaus wurde in den letzten Wochen und Monaten an der Fertigstellung des ersten Haushalts im NKHR gearbeitet. Herr Schwarz, Herr Schick und Frau Lorenz –Ihnen ganz besonders gebührt unser tiefer Dank für Ihre Hartnäckigkeit und Ihren Sachverstand bei der Aufstellung des Haushalts.Liebe Mitglieder des Gemeinderats,ein kommunaler Haushalt bewegt sich immer auf einer Gratwanderung zwischen den berechtigten Wünschen und dem finanziell Machbaren. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem vorliegenden Haushaltsentwurf unserer Verantwortung für heutige und für zukünftige Generationen gerecht werden. Wir gehen sorgsam mit den uns anvertrauten Mitteln um und planen nachhaltige Investitionen, die ganz Urbach zugutekommen.Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit."

Bürgermeisterin Martina Fehrlen und Kämmerer Markus Schwarz bei der Einbringung des Haushaltsplans für das kommende Jahr 2020.

Kämmerer Markus Schwarz führte anschließend anhand einer Folienpräsentation aus: „Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates, liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Zuhörerinnen und Zuhörer,heute bringe ich den fünften, aber auch letzten Haushalt für die Gemeinde Urbach ein. Nicht nur für mich ist das ein besonderes Ereignis. Auch der Haushalt zeigt sich in einem vollkommen neuen Gewand und läutet eine neue Ära des Wirtschaftens in der Gemeinde ein. Zusammen mit vielen weiteren Gemeinden und Städten stellt die Gemeinde Urbach auf das Neue Kommunale Haushalts- und Rechnungswesen (abgekürzt NKHR) bzw. die Doppik um. Die Verwaltung nähert sich mit ihrem Rechnungswesen damit der freien Wirtschaft an. Die Buchführung wird auf eine Soll-und-Haben-Buchhaltung umgestellt, Abschreibungen werden flächendeckend dargestellt und sollen erwirtschaftet werden, und es wird eine vollständige Bilanz über das Vermögen und die Verbindlichkeiten der Gemeinde aufgestellt. Vieles ist neu, manches ist aber durchaus noch vergleichbar mit dem Bisherigen. Ich möchte Ihnen nun die wesentlichen Eckpunkte des Haushaltes 2020 nennen.  Der Ergebnishaushalt entspricht in etwa dem bisherigen Verwaltungshaushalt und ist in der freien Wirtschaft mit der Gewinn- und Verlustrechnung vergleichbar.Das Volumen des Ergebnishaushalts 2020 beträgt 22,22 Millionen € in Erträgen und Aufwendungen. Damit ist er ausgeglichen, was bedeutet, dass unsere Abschreibungen in Höhe von 2,21 Millionen € erwirtschaftet werden. Dieses hehre Ziel für den ersten NKHR-Haushalt war nicht so einfach zu erreichen und bedurfte einiger Streichungen, Kürzungen und Verschiebungen. Die Vorgabe, die Abschreibungen zu erwirtschaften, wird die finanziellen Spielräume einengen. Immerhin ist ein zusätzlicher Betrag von 2,2 Millionen € zu erwirtschaften, und dies eventuell in Zeiten rückläufiger Steuereinnahmen durch Konjunktureintrübungen, die Folgen des Brexit für Unternehmen etc.Bei den Erträgen dominieren die Steuereinnahmen, insbesondere der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer und der Umsatzsteueranteil sowie die Gewerbesteuer.  Bei den Aufwendungen, die dasselbe Volumen wie die Erträge haben, machen alleine die Personalaufwendungen und die Kreisumlage zusammen 51 % aus.  Der Finanzhaushalt fungiert als Cash-flow-Rechnung oder Liquiditätsrechnung. Hier sehen Sie zunächst die Volumina der Einzahlungen und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit. Dies sind alle zahlungsrelevanten Erträge und Aufwendungen. Es fehlen hier die Erträge aus der Auflösung von Sonderposten und die Abschreibungen, da diese nur im Ergebnishaushalt ausgewiesen werden. Als Zahlungsmittelüberschuss werden rund 1,58 Millionen € erzielt. Dies wird ermöglicht, weil die Abschreibungen vollumfänglich im Ergebnishaushalt erwirtschaftet werden. Der Finanzhaushalt enthält einen weiteren Teil, nämlich die Ein- und Auszahlungen aus Investitionstätigkeit. Das Volumen ist im Vergleich zu den Vorjahren geringer, aber immer noch auf einem hohen Niveau. Durch Verschiebungen von Grundstückserlösen von 2019 nach 2020 stehen entsprechend hohe Verkaufserlöse bereit. Außerdem wurden Erschließungsbeiträge aus der Abrechnung der Urbacher Mitte II und der Steinbeisstraße eingestellt, so dass ein Betrag von 470.000 € übrig bleibt. Zusammen mit dem Zahlungsmittelüberschuss des Ergebnishaushaltes ergibt sich ein sog. veranschlagter Finanzierungsmittelüberschuss von etwas über 2 Millionen €.  Die Einzahlungen aus Investitionstätigkeit mit ihrem Anteil am Volumen sehen Sie in diesem Schaubild. Wie erwähnt der hohe Betrag der Veräußerungserlöse beim Grundstücksverkehr und die Erschließungsbeiträge.  Bei den Auszahlungen ist am meisten für den Erwerb von Grundstücken eingestellt, knapp dahinter folgen die Tiefbaumaßnahmen. Ein dritter Teil des Finanzhaushalts stellt die Finanzierungstätigkeit dar. An Einzahlungen eingestellt sind lediglich Darlehensrückflüsse von Vereinen. Kreditaufnahmen sind für das Jahr 2020 nicht vorgesehen. Die Verschuldung wird um die dargestellten Tilgungen in Höhe von 357.710 € weiter zurückgeführt. Es ergibt sich als Saldo des Finanzhaushalts und quasi veranschlagtes Ergebnis für das Jahr 2020 ein positiver Betrag von 1,7 Millionen €. Lassen Sie mich jetzt noch einzelne Positionen beleuchten. Die Grundsteuer B ist eine wichtige und verlässliche Einnahmequelle der Gemeinde. 2020 sind aus der Urbacher Mitte II noch keine Veranlagungen zu erwarten. Erhöhungen wurden in der Mittelfristigen Finanzplanung berücksichtigt. Die anstehende Grundsteuerreform wird sich die nächsten Jahre aber noch nicht auswirken. Eine Erhöhung des Hebesatzes ist für 2020 nicht geplant. Die Gewerbesteuer hat sich im Jahr 2019 bisher im Vergleich zur Haushaltsplanung besser entwickelt. Zwar musste das Veranlagungs-Soll im Vergleich zum Finanzzwischenbericht 2019 reduziert werden. Der Haushaltsansatz von 5,1 Millionen € für das Jahr 2020 ist aber durch die momentanen Veranlagungen gedeckt. Umfragen sagen aus, dass die Konjunktur der letzten Jahre einen Dämpfer bekommen hat, andererseits geht die Oktober-Steuerschätzung 2019 weiter von Zuwächsen bei den Steuereinnahmen aus.  Der Anteil an der Einkommensteuer bezieht sich auf die Steuerkraft der Gemeinde. Im Vergleich zum Vorjahr steht wegen der höheren Steuerkraft mit 6,07 Millionen € etwas weniger zur Verfügung.  Auch die Schlüsselzuweisungen aus mangelnder Steuerkraft und die Investitionspauschale sind trotz mit der Oktober-Steuerschätzung 2019 nochmals erhöhtem Grundkopfbetrag und höherem Kopfbetrag der Investitionspauschale rückläufig, da im Finanzausgleich Grundlage für das Jahr 2020 das gute Rechnungsergebnis des Jahres 2018 mit einer höheren Steuerkraft der Kommune um etwa 900.000 € ist.  Die Personalausgaben wurden etwas rückläufig veranschlagt. Dennoch ist eine Tarifsteigerung für das Jahr 2020 berücksichtigt.  Bei den sächlichen Ausgaben sieht man im Vergleich zum Jahr 2019, dass hier doch das ein oder andere Wünschenswerte nicht in den Haushaltsplan aufgenommen werden konnte. Die Summe der Umlagezahlungen an den Kreis, in den Finanzausgleich, für die Gewerbesteuerumlage und an den Verband Region Stuttgart ist erheblich. Nahezu 8 Millionen € müssen ohne Einflussmöglichkeit an die verschiedenen Töpfe abgeführt werden. Besonders schmerzt die Kreisumlage – Frau Fehrlen hat dies auch schon ausgeführt –, die trotz reduziertem Hebesatz auf 32,5 % aufgrund der gestiegenen Steuerkraft der Gemeinde um ca. 100.000 € höher veranschlagt werden musste als im Jahr 2019. Hier muss insbesondere darauf hingewiesen werden, dass der Kreis bei besserem Abschneiden im Rechnungsjahr Überschüsse nicht mehr an die Gemeinden zurücküberweist, wie dies zum Beispiel beim Gemeindeverwaltungsverband bei der Abrechnung der Umlagen mit den Gemeinden Plüderhausen und Urbach gemacht wird. Ich würde ja nicht so weit gehen und dies einen Taschenspielertrick nennen, fair ist dies aber trotzdem nicht. Die Hebesätze müssen durch den Landkreis wegen der weiter wachsenden Steuereinnahmen in den nächsten Jahren deutlich zurückgenommen werden. Nur durch die höher veranschlagte Gewerbesteuer und einen reduzierten Hebesatz für die Gewerbesteuerumlage von bisher 68 % auf nunmehr 35 % liegt das Nettoaufkommen aus Steuern und Zuweisungen abzüglich der Umlagen höher als im Jahr 2019. Nach dem Ergebnishaushalt nun zu den Einzahlungen und Auszahlungen aus Investitionstätigkeit. An der Leinwand sehen Sie die größten Positionen bei den Einzahlungen, allen voran die Grundstückserlöse und Erschließungsbeiträge. 2020 soll ein Mischgebietsbauplatz, ein Bauplatz für ein Mehrgenerationenhaus in der Urbacher Mitte II und mehrere Bauplätze für Ketten- und Doppelhäuser verkauft werden. Auf Grund verschiedener Umstände verschieben sich hier für 2019 eingeplante Verkaufserlöse ins Jahr 2020. Notartermine finden teilweise noch 2019 statt, die Fälligkeit der Kaufpreise liegt aber im Kalenderjahr 2020. Die Finanzverwaltung plant außerdem, die Erschließungsbeiträge für das Wohngebiet Urbacher Mitte II und die Verlängerung der Steinbeisstraße im Jahr 2020 abzurechnen. Ebenso muss noch eine Vielzahl von Zuschüssen für 2019 fertiggestellte Baumaßnahmen und Gartenschau-Projekte abgerechnet werden. Beim Grunderwerb sind neben Mitteln für den Aufkauf von einzelnen Flächen mit etwa 980.000 € hauptsächlich die Verrechnungen von Erschließungskosten in der Urbacher Mitte II und der Steinbeisstraße vorgesehen. Die Beiträge werden mit dem Kaufpreis erhoben, müssen intern aber den Produkten für die Straßen bzw. der Abwasserbeseitigung gutgeschrieben werden. Außerdem sind auch die Beiträge zu verrechnen, die die Gemeinde selbst als Eigentümer zu tragen hat. Für Schlusszahlungen der im Jahr 2019 abgeschlossenen Baumaßnahmen wurden insgesamt über 800.000 € bereitgestellt. Die Beträge sind hochgerechnet, da noch nicht genau vorhergesagt werden kann, was im Jahr 2019 noch geprüft und abgerechnet wird. Durch den Wegfall der Haushaltsreste bei der Umstellung wurde hier vorgesorgt. Daneben sind etliche Tiefbaumaßnahmen vorgesehen, wobei hier unter Berücksichtigung der Personalsituation im Bauamt bereits reduziert geplant wurde.  Die größte Investition stellt der Neubau einer Unterkunft für die Unterbringung von Obdachlosen als Kompensation für abgängige Gebäude wie z.B. Kirchplatz 9 dar. Im Jahr 2021 ist ein weiterer Teilbetrag mit 750.000 € im Haushaltsplan veranschlagt. Durch den Verzicht auf Kreditaufnahmen und die zu leistenden Tilgungen sinkt der Schuldenstand von 2019 mit 5,32 Millionen € auf 4,97 Millionen € im Jahr 2020. Dargestellt ist dieses Jahr nur der Kernhaushalt der Gemeinde, da der Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Wasserversorgung noch nicht fertig gestellt werden konnte. Ebenso fehlt auch noch der Haushaltsentwurf des Gemeindeverwaltungsverbands Plüderhausen-Urbach für 2020.  Was im Jahr 2020 noch als erträglich erscheint, wird in der Finanzplanung unerfreulich. Um alle Wünsche der nächsten Jahre finanzieren zu können, sind im Jahr 2021, 2022 und 2023 Kredite in Höhe von insgesamt 10 Millionen € eingestellt. Daran wird sicherlich bei der öffentlichen Beratung des Haushalts mit dem Gemeinderat gesprochen werden müssen. Hier sind entsprechende Prioritäten zu setzen und Maßnahmen in die Folgejahre zu verschieben. Am Samstag, 30. November 2019 wird der Haushalt 2020 und die Mittelfristige Finanzplanung für die Jahre 2021 bis 2023 öffentlich im Sitzungssaal beraten. Soweit meine Ausführungen zum Haushalt für das Jahr 2020. Ich danke allen, die daran mitgearbeitet haben, insbesondere meinem Team, wie auch unseren Ämtern und Einrichtungen. Es war eine anstrengende und herausfordernde Zeit. Immerhin wird ein jahrzehntelang bestehendes und bewährtes Rechnungswesen auf eine neue Systematik umgestellt.  Mit der Aufstellung dieses Haushalts ist die Arbeit aber noch lange nicht erledigt. Das Projekt muss fortgeführt werden, insbesondere muss die Gemeinde in die Lage versetzt werden, ab 1. Januar.2020 alle Vorgänge doppisch und in einem neuen Finanzverfahren abzubilden, dort Steuer- und Abgabenbe-scheide sowie Rechnungen ausstellen zu können. Außerdem ist noch die Eröffnungsbilanz aufzustellen, was die vollständige Bewertung des Vermögens der Gemeinde voraussetzt. Und schließlich ist das Rechnungswesen fortzuentwickeln, um künftig auch Kennzahlen darstellen und Budgetvorgaben überwachen zu können. Augenzwinkernd hierzu noch ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln.“ Den kommenden Beratungen wünsche ich viel Erfolg. Danke!“ Der Haushaltsplan für 2020 ist im Bürgerinfoportal unter www.urbach.de im Internet bereitgestellt.  TOP 2 Verschiedenes Hier ergaben sich keine Wortmeldungen.

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