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Bürgerinnen und Bürger entscheiden am 23. Juli 2023 über das Gewerbegebiet Schraienwiesen

Gemeinderat beschließt Bürgerentscheid – Örtliche Wirtschaft wünscht sich Gewerbeentwicklung

Der Gemeinderat von Urbach hat mit einer breiten Mehrheit von Freien Wählern, CDU und SPD in seiner Sitzung am 25. April 2023 den Weg für einen Bürgerentscheid freigemacht. Am 23. Juli 2023 entscheiden die Einwohnerinnen und Einwohner mit ihrer Stimme darüber, ob die Gemeinde ein klimaneutrales Gewerbegebiet in den Schraienwiesen entwickeln wird. Die Kriterien dafür werden im Fall eines positiven Votums in einem engen Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern ausgestaltet.
„Ich freue mich, dass der Gemeinderat den Weg für einen Bürgerentscheid freigemacht hat. Bürgerentscheide sind ein hervorragendes demokratisches Instrument, um die Bürgerinnen und Bürger bei zukunftsweisenden Entscheidungen direkt mit einzubeziehen. Bei einem Projekt wie der Entwicklung der Schraienwiesen ist es wichtig, dass es sich im Fall der Realisierung auf eine Mehrheit der Bevölkerung in Urbach stützen kann“, erklärt Bürgermeisterin Martina Fehrlen. Die Öffentlichkeit wird auch bei der Entwicklung des Gebietes im Rahmen von Bürgerräten oder einem Bürgerforum beteiligt.

„Eine Chance für die Zukunft Urbachs“
In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend hat Martina Fehrlen die Bedeutung eines gut aufgestellten Gewerbes für eine Gemeinde wie Urbach betont. „Die Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes ist eine hervorragende Chance, um unsere Gemeinde bestmöglich für die kommenden Jahrzehnte aufzustellen. Wir ermöglichen damit zum einen unseren ortsansässigen Unternehmen, sich zu vergrößern. Das sichert den Standort, Arbeits- und Ausbildungsplätze und macht uns als Wohnort und Lebensmittelpunkt auch für junge Leute und Familien langfristig interessant. Zum anderen bieten wir Flächen, auf denen sich neue Firmen ansiedeln können“, sagt Martina Fehrlen. Eine starke Wirtschaft sei wichtig, um die Lebensqualität für alle Menschen in Urbach auf einem hohen Niveau zu halten. Wenn die Kommune genug Gewerbesteuern einnimmt, kann sie das öffentliche Leben attraktiv gestalten: Kitas neu bauen und Schulen noch besser ausstatten, die Vereine weiterhin fördern, das Freibad erhalten, die Mediathek attraktiv gestalten und moderne Kinderspielplätze ermöglichen. Weitere Pluspunkte, die sie unterstreicht: „Wenn Menschen in ihrem Heimatort arbeiten können, bleibt ihnen aufgrund von kurzen Arbeitswegen Zeit für das Ehrenamt, das für unsere Gemeinde unersetzlich ist. Durch den Wegfall der Pendelei zum weit entfernten Arbeitsplatz verbessert sich zudem der CO2-Fußabdruck.“

Zustimmung vieler Unternehmen steht
Für die Entwicklung der Schraienwiesen zum Gewerbegebiet haben sich im Vorfeld der Gemeinderatssitzung auch viele ortsansässige Unternehmen ausgesprochen. Die Firma Karl DUNGS GmbH & Co. KG., die Systemlösungen für die innovative Heizwärme- und Prozesswärme Industrie entwickelt und im Bereich Wasserstofftechnik aktiv ist, möchte, so Geschäftsführer Karl Dungs, Ankerpunkt eines klimaneutralen Gewerbegebietes Schraienwiesen werden. Man sei auf zusätzliche Flächen angewiesen, um das Wachstum der Unternehmensgruppe am Standort Urbach abzusichern. Man wolle dort nachhaltig investieren und expandieren, wo die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Unternehmer-Familie selbst leben. Die Fried Kunststofftechnik gibt bekannt, nur an einem Standort, Urbach, ihre Produktionskapazitäten aufbauen zu wollen. Die Hauptmotivation sei es, unnötige Umwelt- und Kostenbelastungen durch lange innerbetriebliche Transporte zu vermeiden. Das Unternehmen wolle auch weiterhin am Standort Urbach investieren und begrüße deshalb eine mögliche Industrie- und Gewerbeentwicklung auf den Schraienwiesen.  Der Urbacher Malermeister Thomas Schiek ist ebenfalls ausdrücklich für die angedachte Gewerbeentwicklung auf den Schraienwiesen. Es sichere örtliche Arbeitsplätze und verhindere, dass ortsansässige Firmen und Betriebe mangels geeigneter Erweiterungsflächen abwandern. Vincenzo Di Carlo von der gleichnamigen Firma für Parkett-&Fußbodentechnik möchte in den Schraienwiesen sein Unternehmen vergrößern. Auch zahlreiche weitere namhafte Handwerksunternehmen sprechen sich für die Gewerbeentwicklung der Schraienwiesen aus.

Hintergrund
Das potentielle Gewerbegebiet „Schraienwiesen“ ist rund 9,47 Hektar groß und liegt im Westen der Gemeinde, parallel zur B29. Die Potentialfläche „Schraienwiesen“ ist die größte noch nicht umgesetzte gewerbliche Entwicklungsfläche im Flächennutzungsplan. Es stehen aktuell keine anderen Flächen zur Verfügung. Besonders hervorzuheben ist, dass die Bebauung qualitätsvoll und nachhaltig gestaltet werden soll. Das beinhaltet beispielsweise Aufenthaltsflächen, ressourcenschonende Bebauung, Verbesserung des Kleinklimas durch Grün am Bau und vieles mehr. Zudem wird das Gewerbegebiet klimaneutral sein. Das heißt, dass die Treibhausgasemissionen, die durch die wirtschaftlichen Aktivitäten innerhalb des Gebietes verursacht werden, auf netto null reduziert werden. Alle Emissionen, die durch die Herstellung von Waren und Dienstleistungen innerhalb des Gebietes entstehen, werden durch Maßnahmen wie die Verwendung erneuerbarer Energiequellen, Energieeffizienzmaßnahmen und/oder durch den Einsatz von Technologien zur Kohlenstoffbindung oder -entfernung kompensiert.

Mehrheit der Unternehmen stehen zum Standort
Im Rahmen der Gewerbeentwicklungsstrategie wurden im Mai 2022 auf Grundlage der Gewerbesteuerdaten 200 Unternehmen in Urbach schriftlich befragt. Die Unternehmen äußern einen zusätzlichen Flächenbedarf von mindestens 4,8 Hektar. Dieser ist im Bestand nicht vorhanden. „68 Prozent der Unternehmen möchten gerne in Urbach bleiben. Darunter sind neben örtlichen familiengeführten Handwerksbetrieben die beiden größten Gewerbesteuerzahler und größten Arbeitgeber in Urbach mit rund 20 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten vor Ort. Für sie müssen wir passende Flächen bereitstellen“, erklärt Martina Fehrlen.
Sollten sich die Stimmberechtigten beim Bürgerentscheid am 23. Juli 2023 für eine Entwicklung der Schraienwiesen entscheiden, hat das für den Gemeinderat und die Verwaltung bindende Wirkung.  
 
Für weitere Rückfragen:
Martina Fehrlen
Bürgermeisterin
Gemeinde Urbach
fehrlen@urbach.de
07181-8007-11

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